Montag, 19. Januar 2015

Die Mission "Küss Ihn"

Ich war mir so sicher! Es gab gar keinen Zweifel! Sie hat es mir doch gesagt, oder?

Worum geht es hier? Es geht um den Kuss. Mein erster Auftragskuss, den ich je in meinem Leben ausgeführt habe und jetzt scheint es, dass ich es nicht im Auftrag sondern aus eigenem Antrieb gemacht habe!

Die Geschichte beginnt mitten in der Geschichte, die ich in meinem letzten Eintrag erzählt habe: Meine Reise nach Wien. Und Folgendes ergab sich kurz nach Null Uhr am ersten Januar 2015.
Von meiner überlaufenden Lebensfreude getrieben, rief ich alle meine Familienmitglieder an, um ihnen ein frohes neues Jahr zu wünschen - mehrmals. Die Telefonrechnung nicht fürchtend rief ich sie alle an. Einmal, zweimal... oder öfter und noch mehr.
Die meisten Telefongespräche ignorierend, in denen ich so oder so mehr einen Monolog führte, als dass ich einen Dialog zugelassen hätte (Ich: "Mamaaaaaa, ich wüh'sche di' aaaalles Gutte! Und Meeerry Kristmas noch dasuuuu."
Mama: "Ich dir -
Ich: "Genaaaau, das wünsche ich dir auuch!" etc.), möchte ich nur kurz auf eines mit meiner Schwester eingehen: Nachdem ich meine Schwester Yvonne am Ende ans Telefon bekam, gab es wie immer den höflichen Austausch von Floskeln, den wir beide gleichzeitig sprechend und jeder für sich in einem Monolog abhandelten, als meine Schwester mir die Anweisung gab, den Sardinern einen Kuss zu geben.
Nun ja, als kleine Bruder zweifelt man nicht an den Anweisungen seiner großen Schwester und handelt ohne zu zögern. So zog ich also Mattia, der am nächsten Stand, zu mir und gab ihm einen fetten Schmatzer auf seinen bärtigen Bart (Und ich muss überraschend gestehen, dass es nicht einmal kratzig war) worauf dieser mich, um nicht "verstört" zu sagen, irritiert anblickte.
"What-e was-e this-e for-e?" - Wofür-e war-e das-e?
Meine einfache Antwort war: "Auftrag meiner Schwester!", welche ihn tatsächlich zufriedenstellte.

So weit so gut. Nun habe ich ein paar Tage später meiner Schwester davon erzählt und sagte ihr, dass ich ihren Auftrag gewissenhaft ausgeführt hätte, worauf sie mich verwundert fragte, von welchem "Auftrag" ich denn spräche. So erzählte ich ihr von dem Sardinier, dem Kuss und dem Bart, in der Hoffnung, dass sie sich erinnern würde...was sie nicht tat.

Ich vermute, dass es eine ihrer Freundinnen war, mit denen ich vorher schon ein duzend mal telefoniert hatte.
Doof, dass ich mich nicht mehr so ganz erinnern kann...

Samstag, 10. Januar 2015

Abschalten, Entspannen, Tourist sein - Ein Silvester in Wien

Ab und zu muss man einfach raus. Weg von allem, den Kopf frei kriegen und es sich einfach gut gehen lassen. Es heißt immer, das Studentenleben sei so unglaublich einfach und entspannend und auch wenn es in meinem Fall recht ruhig zu geht, so weiß ich, dass ich eine Ausnahme bin. Desweiteren haben wir Studenten alle Hände damit zu tun, erwachsen zu werden und das ist bei weitem keine einfache Aufgabe.
So beschlossen also Iso und ich uns über Silvester nach Wien zu verkriechen - einfach hin, ohne Plan, ohne Vorsätze.
Also buchten wir einen Bus und ein Hostel und machten uns kurz nach Weihnachten auf die Reise - auf eine sehr lange Reise. 15 Stunden Busfahrt standen uns bevor und an dieser Stelle möchte ich euch alle fragen: Seid ihr schon einmal mit einem Fernbus gefahren? Für all jene, die diese Frage verneinen müssen, gebe ich nun mein Bestes um euch zu beschreiben, wie man sich auf einer Reise in einem modernen Fernbus fühlt.
Stellt euch vor ihr lasst euch nieder auf eurem Bett bei euch daheim. Ihr sitzt dort schön gemütlich und ihr fühlt euch eigentlich recht entspannt, dann plötzlich tut sich eine Wand vor euch auf, großzügige zwei Millimeter von euren Knien entfernt. Schlau wie ihr seid, möchtet ihr eure Beine einfach nach links auf eurer Bett schmeißen, aber nein dort sitzt ein haariger Hagrid, der aussieht, als hätte er gerade einen 10 km Langlauf hinter sich, verzweifelt dreht ihr euch zur anderen Seite, doch auch der Platz wird versperrt von einer nicht aufhörenden Horde Orks, die unsanft über eure Füße stapfen würden, wenn ihr auch nur den kleinen Zeh auf den Gang streckt.
Nun denkt ihr euch vielleicht, dass das ganze halb schlimm ist, dass ihr einfach die ganze Zeit schlaft und Musik hört, doch wenn ihr gerade eingeschlafen seid, verwandelt sich das weiche Bett plötzlich in harten, kantigen Felsen und jede Position schmerzt und ihr könnt wegen des haarigen Hagrids nicht nach links und auch die Orks stampfen in regelmäßigen Abständen rechts neben euch vorbei und ihr möchtet aus Verzweiflung schreien, doch da fühlt ihr plötzlich einen stechenden Schmerz auf euren Knien, weil die Wand vor euch sich plötzlich bis zum geht nicht mehr nach hinten lehnt und eure Kniescheiben ohne Rücksicht zermalmt.
Vielleicht könnte sich die CIA da etwas von Busunternehmen abgucken... Folter pur!

So, das war die grobe Beschreibung der ersten halben Stunde, danach fiel ich in einen leichten Fiebertraum, bis wir um halb neun Uhr morgens dann endlich Wien erreichten.
Nach so einer langen Zeit wünscht man sich nichts sehnlicher, als schnell auf sein Zimmer zu kommen und ein leckeres Frühstück zu essen. Nun ja, das Hostel hatte da anderer Ansichten und servierte uns ein Frühstück aus fertig gebackenen Aldi Brötchen aus der Tüte, deren Bissfestigkeit darauf hinwies, dass sie eigentlich für die Verfütterung an Pferde gedacht waren und ließ uns stinkend, jammernd und unsere Knie kühlend sechs Stunden in Gemeinschaftsraum warten um uns dann in ein Zimmer zu lassen, das gütigerweise zwar ein paar freie Betten hatte (abgezogen von den Vorgängern) aber nicht im entferntesten so aussah, als hätte in den letzten Tagen jemand einen Lappen im Badezimmer geschwungen. Da kommt die Frage auf: WARUM ZUR HÖLLE MUSSTEN WIR SECHS STUNDEN WARTEN???
Aber nun gut, als gut erzogene Touristen, beschwerten wir uns nicht, gaben uns dem lauwarmen Wasser der Dusche hin, schmissen uns ins Bett und fielen bis zum nächsten morgen in ein willkommenes Koma.

Tag zwei - Es war Sightseeing angesagt. Auch wenn ich es wirklich nicht mag mit meiner Kamera durch die Gegend zu laufen und jedes nur mögliche Touristenklischee zu erfüllen, so dachte ich mir - wen kümmert's!
Mein erster Stop war Das "Haus des Meeres" mit Seeigeln aus der Hölle - wirklich, ihre Augen, Mund oder was auch immer leuchten! Der "Hase" hätte es nicht gewagt so einem vorzuwerfen langsam zu sein. Er wäre vermutlich schreiend davon gerannt! - und kleinen Äffchen von denen man mir am Ausgang nicht glaubte, dass ich sie mitgebracht hätte.



Von Wien könnte ich noch so viel mehr erzählen, aber ich möchte lieber über mein Zimmer berichten, welches mir ein bisher unvergleichliches Silvester bescherte.
Das Zimmer 34A (#Zimmer34A - wenn ihr es nicht versteht, kein Ding, es ist ein Insider ;) ).
Als ich das Zimmer betrat wurde ich mit den Worten begrüßt: "Hier-e ist-e eine Wodka für-e dich-e!" und ein sardinisch aussehender - Ich wusste natürlich auf der Stelle, dass er nicht einfach aus Italien sondern aus Sardinen kam. Dieser dunkle Bart und Haare und diese sardinische Kopfform: Der Fall war klar!- Mann drückte mir ein Pinnchen in die Hand, welches ich aus purer Höflichkeit nicht ablehnte.
Danach hatte ich dann Zeit mich umzublicken und sah noch einen weiteren Sardiner (Dieser Bart und diese Haare und diese Kopfform - unverwechselbar), der mich freundlich anlächelte, so wie drei sehr deutsch aussehende Leute. Eine Dame, ein junger Mann und ein Österreicher, wie mir nach kurzem Smaltalk klar wurde, wobei mir bei der Dame auch wieder ein Blick genügt hat um es festzustellen - Ich muss sagen, ich glaube ich habe ein wirkliches Talent dafür. 
Um euch ein Bild zu schaffen von der Zusammensetzung, folgt ein Bild von der ganzen Truppe:
Von links nach rechts: Julia, Iso, Pierre-Michel, Mattia (unten), JÜRGEN (oben), Marcel, Max
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, muss ich erwähnen, dass es kein Bier auf dem Bild ist sondern Limonade. Die Österreicher sind ein bisschen verrückt und verwirren die Menschen gerne. Es ist so etwas wie eine Werbekampagne. Die Menschen greifen nach den Dosen, weil sie ein kühles Bier zum Grillen wollen und beim ersten Schlucke merken sie, dass es eigentlich Limonade ist. Sie bemerken den guten Geschmack und bald kauft jeder nur noch Limo. Das ganze funktioniert leider auch anders herum. Seit neustem müssen Kinder in Österreich einen Alkoholtest machen, bevor sie mit dem Fahrrad zur Schule fahren.
Sie greifen nach der vermeintlichen Limo und fahren danach nur noch im Zick Zack.

Das war allerdings nicht die ganze Gruppe aus Zimmer #34A. In einem der Doppelbetten schlief ein japanisches Pärchen ( auch wenn Iso darauf bestand, dass es Koreaner waren. Sie muss auch diesen Blick haben wie ich, oder es zumindest glauben), welches scheinbar in ihren Flitterwochen war - der böse Blick, den die Frau dem Mann zuwarf, als dieser ein halbes Pinnchen Wodka akzeptierte, zeichnete sie definitiv als Ehefrau aus - und und ein anderer Japaner (Ja Iso, Japaner!) der eine besondere Vorliebe für Plastiktüten hegte und diese auf keinen Fall mit anderen teilen wollte. Wir durften sie nicht einmal sehen. Woher ich weiß, dass sie da waren, wenn wir sie nicht sehen durften? Nun ja, es war so, dass mitten in der Nacht immer ein Geräusch ertönte, dass sich anhörte, wie trockene Corn Flakes, die in Zeitlupe zerkaut werden - durch ein Mirko und Bassbooster um das 100fache verstärkt. Man konnte richtig hören, wie er mit den Tüten schmuste.

Wie dem auch sei, die Japaner (!!!) hinter uns lassend, zogen wir sieben Leute los um ins neue Jahr zu feiern. Auf zum Karlsplatz ging es und zum ersten mal in meinem Leben habe ich einen Wienerwalzer um 00:00 Uhr am ersten Januar getanzt, einen Sardinier auf die Wange geküsst, einem goldenen Ballon nachgetrauert (Max, wie konntest du ihn nur verlieren? Er gehörte doch zur Familie ;) ), das ganze Aggressionspotential von Clubbesuchern verspürt und Leuten weiß gemacht, dass ich aus Neuseeland käme.
Das ganze wäre allerdings doch zu lang für einen Blogeintrag und folgt in einem weiteren. Ich hoffe in einem weiteren von einer Ganzen Reihe von Blogeinträgen, für die ich mir wirklich Zeit nehmen möchte, damit die Unterdrückte Kreativität im Studium ein Ventil findet.

Ich danke allen aus dem Zimmer 34A für dieses unglaubliche Silvester! Es war großartig ::) 



Sonntag, 30. November 2014

To lose means to remember - The memories in our hearts will never fade away

We meet people in our lives and all of them leave some kind of tracks. Some accompany us for a long while, some for a shorter one but all of them have some impact on us.
Often it seems like we forget them or the time we spend together but when we start remembering, we realize that the memories are not gone. They are still there and they always will be.  These memories can never be lost because we keep them in our hearts and not in our minds.

Fabian and I came to Oamaru as strangers and especially the Year 13s did not have much interest in us. They have had so many volunteers before us that they did not really care anymore if we told them to get out of bed or not, they just stayed there anyway; they lived there life as it pleased them, without offending or hurting anyone though.
Nevertheless we got to know some of them and Shaun Kelliher was one of these boys who at last showed a little bit of interest and although we do not share many memories there are some Fabian and I can think of and that still make us laugh.

Compared to me, most of the boys at the Hostel are “big” boys and Shaun was a hungry one too. One evening he decided that he wanted some supper. So he came down to the parents room to get some but because I knew that he always wanted to get a “few” pieces of cake for the other boarders as well I stopped him – well at least I tried to. He simply picked me up, dropped me onto the couch, took some supper, gave a cheeky laugh and left me there.  The whole thing just worked, because I let him pick me up of course.

It seemed to us that Shaun thought he always could get away with his happy smile until he met the strict german fella Fabian. Shaun wanted to borrow some butter and Fabian told him that it was alright as long as he brought it back or he would get work. Of course Shaun gave him his nicest smile and it does not surprise that he did not return the butter, so Fabian gave him work. It must have been the silliest entry in the workbook for a while: 30 minutes of work for borrowing butter and not returning it.
Well funny was the face Shaun made when he saw that he had gotten work not believing that Fabian had carried out his threat.  But even the toughest German at SKC could not resist his charm. In the end 30 minutes became like 3 minutes.

Fabian and I were a part of the St Kevin’s family and we still feel like one so that this loss makes us sad and pensive.

Shaun you were loved by your hostel family and you will never be forgotten. The memories we have of you remain in our hearts until we accompany you again.

You are with God now, so Rest In Peace, may he be with your family and friends to give them comfort at this time of sorrow.

Keep on smiling in times of sorrow because it shows how many good memories of the loved person we have. Keep on joking, because it shows that we love remembering. Don’t be afraid of tears, may they reflect the pride you feel that you were one of those who were a part of Shaun’s life.

RIP Shaun and God be with you all.

                Fabian and Marcel

Donnerstag, 11. September 2014

Ein neuer Start nach NZ. Das Studentenleben. Herausforderung Nr. 1: Die Wohungssuche

Es ist so weit, bald geht es los das Studium. Doch was bringt mir ein Studienplatz, ohne Wohnung?
Gefunden habe ich sie. Die Wohnung? Nein, die zwei coolen Menschen, mit denen ich zusammenziehen möchte.
Was steht also an? Natürlich - Eine Wohnungsbesichtigung nach der nächsten und das alles an zwei Tagen, denn ein Sparziergang ist die Fahrt von NRW nach Heidelberg nun auch nicht.
Was kommt am Ende dabei rum?

Zwei Wohnungen: die eine zu weit weg, die andere fast perfekt.

Jetzt muss man es noch kurz besprechen, lässt sich einen Tag Zeit und was passiert? Man ruft in aller Frühe beim Makler an und muss hören, dass die Wohnung bereits vermietet ist.
Was ist das für ein Start in den Tag? Oder in das Studium? Gleich so viele negative Erlebnisse mit der Stadt verbunden, in der man mindestens drei Jahre seines Lebens verbringt.

Liebes Heidelberg, ich bin dir dankbar, dass wir bei dir studieren dürfen, aber hättest du nicht mal einen Schritt weiterdenken können?
Du würdest ja auch keine Wahlen abhalten ohne Parteien.
Als Verteidigung könntest du nun sagen: "Wohnungen gibt es doch" und meine Antwort wäre: "Wenn ich jetzt schon reich genug wäre diese Wohnungen die es gibt, bezahlen zu können, müsste ich nicht mehr studieren gehen!"

So geht die Suche weiter, die Stimmung wird gedrückt, die Umwelt verschmutzt und aufs Neue in die neue "Mat" gefahren. Wieso Mat? Es ist nur ein Mat, denn ein Heim haben wir zwei Wochen vor Studienbeginn ja noch nicht.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben heißt es. Ich hätte wissen müssen, dass es im schnelllebigen Deutschland schon heißt zu spät zu sein, wenn man sich nur 24 Stunden Zeit lässt.
Zeit ist Geld! Wenn wir dieses Geld doch nur für eine passende Wohnung ausgeben könnten.

Lieber Gruß

Der Mensch mit "G". Das "W" davor musste leider wegfallen, denn ich habe ja nur eine Gemeinschaft, zusammen wohnen können wir leider noch nicht.

Sonntag, 17. August 2014

What it means to be a volunteer - Was es bedeutet ein Freiwilliger zu sein



- "A volunteer?! Wow what voluntary service did you do?"

- "Well I worked at a school in New Zealand"


- "Why, I thought you were a gapper there?"


- "Yeah I was called a 'gap student' that's right. But that doesn't mean that it wasn't voluntarily!"


- "But you got paid, didn't you?"


- "I got a little pocket money, that's all. Not even G. W. B. would have started a war for that, and he thought making war is like smoking weed : 'Ui I can see unicorns. They drown everyone in their rainbow shit, but I'm feeling just fine. Fart again little unicooooorn.'"


- "What?"


- "I... Forget it"


Did this conversation happen?  - Well, kind of. 

Did people wonder when I called myself a volunteer?  - Definitely!
Do american presidents love war? - Just have a look on Wikipedia

My year in New Zealand was great and I loved it. I want to go back as soon as possible because it feels like home.

If you do a voluntary service, you don't do it to earn glory. You're not doing it to show what kind of selfless Samaritan you are. You simply do it, because you want to help and because you want to learn. You want to get to know different countries, cultures and people.
But nonetheless it hurts, when you've done so much for those people who mean so much to you; it hurts when you get the feeling that you live with brothers and all they do is turning angry at you when you don't do what they demand of you.
It hurts when you never hear a "thank you" but just a: "Why are you so fucking lazy? It is your job as a gapper."

I tell you, we have done a lot. Most of all, we forgave you and we helped you again with pleasure and we will always love to help you although you never realised what we are - Volunteers, friends, brothers. No servants, because those would never have enjoyed the year we had, as we did.


Never take a thing for granted. There is always someone behind it and you can make him the happiest person, if you just look at him.


__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__--__


- "Ein Freiwilliger?! Was für einen Freiwiiligendienst hast du gemacht?"

- "Nun ja, ich habe an einer Schule in Neuseeland gearbeitet."


- "Ah, ich dachte, du warst dort ein Gapper?"


- "Jap, ich wurde 'Gap Student' genannt, das stimmt. Aber das bedeutet nicht, dass es nicht freiwillig war.


- "Aber du wurdest bezahlt, oder?"


- "Ich habe ein kleines Taschengeld bekommen, das ist alles. Nicht mal G. W. B. hätte dafür einen Krieg angefangen und der dachte einen Krieg zu starten ist wie Gras zu rauchen: 'Ui, ich kann Einhörner sehen. Sie ertränken jeden in ihrer Regenbogenscheiße, aber mir geht es gut. Furz nochmal kleines Einhoooorn."


- "Hä?"


- "Ich... Vergiss es."


Hat diese Konversation stattgefunden? - Nun ja, ungefähr.
Waren die Menschen verwundert, wenn ich mich einen 'Freiwilligen' genannt habe? - Auf jeden Fall!
Lieben amerikanische Präsidenten Kriege? - Schau einfach mal bei Wikipedia nach.

Mein Jahr in Neuseeland war großartig und ich habe es geliebt. Ich möchte so schnell wie möglich zurück, weil es sich wie mein Zuhause anfühlt.
Wenn man einen Freiwilligendienst macht, erwartet man keinen Ruhm. Man macht es nicht um zu zeigen, was für ein selbstloser Samarita man ist. Man macht es einfach deshalb, weil man helfen möchte und lernen möchte
Man möchte neue Länder kennenlernen, neue Kulturen und neue Menschen.
Aber nichtsdestotrotz tut es weh, wenn man so viel für die Menschen getan hat, die einem so viel bedeuten; es tut weh, wenn man das Gefühl hat, mit Brüdern zusammenzuleben und alles was sie machen ist, sich böse gegen einen wenden, wenn man nicht das tut, was sie von einem verlangen.
Es tut weh, wenn man niemals ein "Danke" hört, sondern nur ein: "Warum bist du so fucking faul? Es ist dein Job als Gapper."

Ich sage euch, wir haben viel getan. Vor allem haben wir euch vergeben und euch wieder mit Freuden geholfen und wir werden euch immer wieder gerne helfen obwohl ihr niemals verstanden habt, was wir sind - Freiwillige, Freunde, Brüder. Keine Diener, denn diese hätten das Jahr, das wir hatten, niemals so sehr genossen, wie wir es getan haben.


Nimm niemals etwas als selbstverständlich hin. Es ist immer jemand hinter dem, was dir gegeben wird und du kannst ihn zur glücklichsten Person machen, wenn du ihn nur ansiehst.

Samstag, 14. Juni 2014

See Ya Mate, See Ya Soon

One year ago I knew that there was no way out of my plans for the following 11 months. I had planned for months and I was looking forward to what was going to happen – at least kind of.

I did not want to leave my family and my friends, everything was just perfect at the  moment but I knew that this thought could not or better MUST NOT hold me back, because there is always something in the future that makes it worth being there, living there and making it the present and the past.

Then I arrived in New Zealand. A country I did not know much about and whose people spoke no other language but the one I thought I could speak quite well – and I just want to mention that I was not right with that impression.

To start living among a group of people you do not know but who know each other so well is not the easiest thing to do especially if you have no idea where you are in the “hostel hierarchy”. Are you a friend of the students? Are you JUST a supervisor? If I close an eye on what the boys do that is not quite agreeable with the hostel rules, do I still fulfill my role as a member of the staff? Why do I have to be a member of the staff and cannot just be a student like everyone else? What can I do to do the right thing for both – the staff and the boys?

Those questions and more were running through my head probably everyday and the amount of questions did not become smaller over the year, they just changed a little bit.

I remember the feeling I had when I first arrived. Everyone in the hostel looked at me like at an animal in the zoo. Well actually not like in a zoo but like in the wild, because there was no cage that could protect any of us.
So they were looking at me, weighing the odds and then throwing dirt at me to see what was going to happen.
As people who know me maybe already guess, I did not do anything to scare them off.
I am the calm guy who would not even kill a fly that is flying around his ear for hours. But life in a Boys Hostel changes you. It changed me. I did not become a ruthless bastard but I changed so most of the “dirt throwing” stopped.

And now? I am just completely happy. I feel like being a part of a big, big family. A family in which brothers tease each other and sometimes go a little too far. A family in which brothers laugh together and sometimes suffer together. A family in which brothers support each other and teach each other.

It was hard for me to leave my family back in Germany but I knew for sure that I would see them one year later again. Now it is even harder for me to leave my Kiwi-Family because I do not know if I will ever see them again.

If you meet people they leave tracks. Not just on the ground but in your heart. Even if you do not exactly know what they actually leave behind, you will feel that they were there. Either in special situations or even all the time.
It is just a feeling and it can be a slight one but than sometimes the memory hits you like a rugby player that tackles you and takes your breath away.

You never forget your family and you never forget the people who gave you something of themselves.


I really hope that I meant as much to them as they mean to me.  See ya lads, See ya soon.


Dienstag, 20. Mai 2014

Trifft man Hurricanes in Wellington, stellt man sich besser auf ihre Seite


Hurricanes (Rugby Team von Wellington) vs. Reds (Rugbyteam von Queensland/Australia), das wollte ich mir nicht entgehen lassen, wenn ich schon einmal in Wellington bin. Kurz haderte ich zwischen Coppélia (Ballett) und dem Rugbyspiel aber wirklich nur kurz. Vielleicht für 2 Minuten. 
Ich würde sagen, dass Neuseeland mich schon verändert hat. Eine schnelle Entscheidung zu Gunsten des Sports?! Hätte man mir Zuhause nie zugetraut.

Am Abend zuvor lernte ich zwei nette junge Frauen kennen Maéva und Fanny und fragte sie unumwunden, ob sie nicht mit mir kommen wollten. Beide sagten zu meiner großen Freude ja und so machten wir vier uns am Samstag Abend zu Fuß auf zum Westpac Stadium.
Moment! Wieso vier?, fragt sich jetzt wohl der eine oder andere.
Nun ja, in Neuseeland gibt es folgendes Sprichwort: Ein Deutscher kommt selten allein und wo zwei sind gibt es mit Sicherheit noch mehr (okay, das habe ich mir ausgedacht, aber es stimmt). Die Kanadierin in unserer Truppe (Maéva), brachte noch Katharina mit zum Spiel und zusammen schauten wir uns ein sehr kurzweiliges Rugby Game an. 
Mit meinem ausgeprägten Wissen über das Spiel, konnte ich immerhin eine der dreien total begeistern. Auch wenn manch einer den glasigen Blick als abwesend und uninteressiert bezeichnen könnte, würde ich ihn doch als einen Ausdruck höchster Konzentration bezeichnen.

Nach dem Spiel traf ich verrückter Weise noch einen unserer Schüler und fühlte mich nur ein klein wenig wie Barney Stinson mit drei Frauen an meiner Seite und einem Mann vor dem ich damit protzen konnte. 
Nein, der Junge links ist nicht der Schüler von dem die Rede war


If you meet Hurricanes in Wellington, rather be on their side


Hurricanes (Wellington's Rugby team) vs. Reds (Rugby team from Queensland/Australia), I didn't want to miss that, since I'm not in Wellington every day. First I wasn't sure, if I wanted to go to Coppélia (Ballet) or the rugby game, but just for a short time. Perhaps two minutes.
I'd say that New Zealand changed me. A fast decision in favor of sport?! At home, no one would have thought that of me.

The night before, I got to know two nice young women, Maéva and Fanny, and asked them if they wanted to come to the game, too. To my great joy both said yes and on Saturday the four of us went to the Westpac Stadium.
Hang on! Why four?, the one or the other might ask now.
Well, there is a saying here in New Zealand: A German seldom comes alone, and where there are two, there are more for sure (Okay, I just made that up, but it's true). The Canadian in our group (Maéva), brought Katharina to the game as well and together we watched a quite exciting game.
With my extraordinary knowledge about the game I could delight at least one of the three. Although some people may say that the expression on her face was absent and uninterested I would describe it as highly concentrated.

After the game I met another male student and felt a little bit like Barney Stinson with three girls at my side and a man I could brag to about how much of a lady killer I was.